Mathematik digital im März

Im März fand dieses Jahr wieder die World Maths Day Challenge statt, ein weltweiter Mathematik-Wettbewerb, ausgerichtet von der australischen Lernplattform 3P-Learning. Als Werbeaktion können die Accounts den gesamten Monat über genutzt werden, was wir gerne und ausgiebig tun. Da keiner unserer Schüler auch nur den Hauch einer Chance hat, hier jemals international einen Preis zu gewinnen, nutzen wir ohne Bedenken Pseudonyme. Die Plattform wurde in einer Mathestunde zuerst am Interaktiven Whiteboard vorgestellt: Wie finde ich die Seite (später gab es einen QR-Code dazu, der an der Klassenzimmertür angepinnt war, aber die Autovervollständigung des Browsers machte ihn fast überflüssig), wie melde ich mich an, wie finde ich auf der Seite das Spiel, wie funktioniert das Spiel. Den Rest der Stunde verbrachten die Kinder spielend. Oder rechnend, ganz nachdem, wie man es sieht. In der folgenden Woche war der Wettbewerb ein Punkt des Wochenplans. Zusätzlich konnten die Kinder das Spiel in Phasen der freien Arbeit nutzen. Bald hatte es sich eingebürgert, sich gleich in der Ankommzeit ein Tablet zu schnappen und loszulegen. Und so begann für viele Kinder der Schultag mit einer guten Dosis Kopfrechnen.

Wie funktioniert nun die Challenge?

Startet ein Kind das Spiel, werden ihm drei weitere Kinder zugelost, die zufällig gleichzeitig online sind. Anschließend werden 60 Sekunden lang um die Wette Kopfrechenaufgaben gelöst. Die Aufgaben steigern sich im Schwierigkeitsgrad. Nach einiger Trainingszeit hat das Computersystem eine Einordnung vorgenommen und bildet immer Gruppen aus etwa geichstarken Gegner. Ist keiner vorhanden, springt der Computer als Gegner ein. Auf diese Weise hat jedes Kind recht bald die Chance, auch einmal zu gewinnen. Zusätzlich bekommt es eine Rückmeldung, wie viele Aufgaben es geschafft hat, sodass gerade bei schwachen Rechner hier eine Motivation bereits über das „Immer besser, immer schneller-Werden“ stattfindet.

In diesem Jahr war es auch möglich, im Schul- oder Klassenmodus zu spielen. Die Attraktivität dieser Möglichkeit hatte ich weit unterschätzt. So gab es innerhalb der Klasse eine Gruppe von etwa gleichstarken Jungen, die jeden Morgen miteinander wetteiferte. Die Zahl der gelösten Rechenaufgaben war enorm und durch die Niveau-Differenzierung durch das System blieb das Spiel für alle SchülerInnen interessant.

Die Lernplattform bietet noch viele weitere interessante Möglichkeiten, die wir aber wegen der Sprachbarriere (Englisch) bisher nicht nutzen.

Mitte März begann die Einheit zur Multiplikation. In meiner jahrgangsübergreifenden Klasse, die jetzt drei Jahrgänge, Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen und mit nachgewiesener Hochbegabung umfasst, versuche ich immer wieder, inhaltsähnliche Themen zusammenzufassen, sodass wir gemeinsam an derselben Sache lernen können, nur auf verschiedenen Niveaustufen. Dies bedeutet für manche Kinder eine Wiederholung, für manche einen Ausblick auf Zukünftiges, einige können gleich mit den Aufgaben der nächsten Klassenstufe beginnen, andere wiederholen, was sie im letzten Jahr noch nicht begriffen haben. Dadurch kommt es immer wieder vor, dass Kinder keiner Klassenstufe eindeutig zuzuordnen sind, da sie in manchen Bereichen über oder unter ihrem vom Lehrplan her vorgesehenen Niveau arbeiten.

Ein Klassiker für Zweitklässler ist es, sie zu zweit mit einem Tablet durch das Schulhaus zu schicken, um Multiplikationsaufgaben zu suchen und zu fotografieren. Mit der App Boook Creator wurden die Fotos dann zusammengefasst und mit der entsprechenden Multiplikationsaufgabe versehen. Die Bücher wurden im Anschluss gemeinsam besprochen.

Für mich als Lehrer zeigt sich an den Fotos, wer noch Probleme mit dem Verständnis der Operation hat, so dass ich sehr frühzeitig intervenieren kann.

In dieser Einheit müssen ab einem gewissen Punkt die Einmaleinsreihen automatisiert werden. Hierbei sind digitale Medien eine gute Unterstützung, sobald das Verständnis für die Operation gefestigt ist. Auf der Seite Mathplayground.com findet man viele verschiedene Spiele zum Thema Multiplikation, die kostenlos und auch für IOS (iPad-Betriebssystem) geeignet sind. Im individuellen Wochenplan wurden den Kindern einzelne Spiele zugewiesen, indem der Link als QR-Code auf der Wochenplanseite mit ausgedruckt wurde, Zusätzlich wurden die Spiele im Klassen-Symbaloo verlinkt.

Der Link zu diesem Symbaloo hängt stets erreichbar im Klassenraum, aber auch vor der Klasse am Anschlagsbrett. Eltern und Kinder wissen, dass sie dort eine Zusammenstellung von Links zu Spielen und Videos finden, die den Unterricht unterstützen und nutzen die Seite gerne an Wochenend-Regentagen oder wenn Kinder krank sind. Außerdem gibt sie eine gute Information, was wir gerade machen und wo wir im Unterricht stehen.

Zu einem der Spiele, das starken Wettbewerbscharakter hat, haben wir Highscorelisten erstellt und ausgehängt. Hier kann man sich eintragen, wenn die erreichte Punktzahl von einem Pädagogen überprüft wurde. Da das Niveau in der Klasse in Mathematik sehr weit nach oben strebt, gibt es eine „normale“ Liste und die „Special-Highscores“, bei der man gegen die Pädagogen antreten kann. Womit dann auch klar wäre, was wir Pädagogen so in unseren Pausen treiben 😉

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Salto rückwärts in die Zukunft

Arbeit mit wenig Geräten – Symbaloo zum Blog

Nach einem Stellenwechsel haben sich die Rahmenbedingungen meiner Arbeit komplett verändert. Ich habe zur Zeit nicht nur kein Interaktives Whiteboard, sondern überhaupt keine Tafel in Klassenraum. Zur Verfügung stehen mir meine privaten Geräte Tablet (Android) und Handy (Windows) sowie schulseits ein Dienstlaptop, ein Beamer, aber stabiles WLAN überall. Als Projektionsfläche nutzen wir eine weiße Wand im Klassenraum. Der Beamer steht auf einem Stuhl, er wird mit einem untergeschobenen leeren Ordner feinjustiert (bestimmt hat er auch entsprechende Füße…. muss mal nachschauen). Der Laptop liegt daneben auf dem Boden, die Schüler und Schülerinnen größtenteils auch.

Nach den ersten Wochen komplett ohne Einsatz digitaler Medien beginne ich nun langsam die Geräte in den Unterricht einzubringen. Weiterlesen „Salto rückwärts in die Zukunft“

März

Workshopskripte –  #gmttc1 auf twitter – Meisencam – Skype am Strand – Book Creator

Der März wurde dominiert von der Tagung „Mobiles Lernen mit Tablet und Co.“ in Oldenburg. Die Vorbereitungen nahmen einige Zeit in Anspruch, mehr aber noch die Nachbereitung, denn für die Materialsammlung habe ich zu zwei meiner Workshops ein etwas ausführlicheres Script erstellt.

Der Workshop „Augmented Reality in der Schule“ ist hier dokumentiert.

Die Nachbereitung des Workshops „Programmieren in der Grundschule“ findet man hier.

Wir haben uns in diesem Monat wieder aktiv an der „global maths task twitter challenge“ (#gmttc1) beteiligt und auch selbst eine Aufgabe zur Kombinatorik ins Netz gestellt.

Weiterlesen „März“

Februar

Augmented Reality – Global Math Task Twitter Challenge – Programmieren in der GS

Im Februar gibt es nur einen Zwei-Wochen-Eintrag, dann setzen die Frühjahrsferien ein.

Die Augmented Reality-Meisen-Lernshow nimmt immer weiter Form an. Eine Aufgabe  war ja, eine Geschichte zu schreiben, in der eine der vorgestellten Meisen eine Hauptrolle spielt. Fünf Kinder haben sich dieser Aufgabe angenommen, zwei bereits fertig gestellt. Zu dieser Aufgabe gehörte:

  • eine Geschichte erfinden und notieren
  • die Geschichte nach Feedback überarbeiten und abgeben
  • den fertigen Text noch einmal fehlerfrei von der Druckversion abschreiben (diese Version kommt als Foto in das E-Book mit Klassengeschichten, erstellt mit bookcreator)
  • den Text lesen üben
  • und während der Videoaufnahme ansprechend vorlesen

Dieses Vorgehen reichert das Schreiben in der Schule mit mehreren neuen Aspekten an. Weiterlesen „Februar“

Januar, der Rest

Täglich wurde mindestens ein digitales Tafelbild für den Deutsch- und/oder Mathematikunterricht mit der boardeigenen Software erstellt. So erarbeiten wir gemeinsam die Inhalte der Impulsbilder aus dem Mathematikbuch oder lesen die Fibeltexte gemeinsam am IWB. Dies hat den Vorteil, dass die Kinder sich deutlich stärker auf den Unterrichtsinhalt konzentrieren können, haben sie das Buch in der Hand, verleiten die vielen bunten Bilder doch viel zu leicht zum Blättern und Abschweifen.

Immer wieder schön ist es, aufkommende Fragen im Deutsch- oder Sachunterricht mal eben schnell mit einer Bildersuche im Internet klären zu können. Die erste „Amtshandlung“ nach der Begrüßung ist darum stets das Hochfahren des Rechners, damit wir ihn stets parat haben.

Am Wochenende habe ich endlich geschafft, die Kinderrechner in der Klasse einzurichten. Weiterlesen „Januar, der Rest“

Januar, zweite Woche

Montag

Wir haben ein neues Kind in der Klasse. Wunderbar, wenn aus einer Primzahl an Schülern plötzlich ein Zahl wird, die Vielfaches von 2, 3, 4 und 6 ist und damit viele verschiedene Gruppeneinteilungen ermöglicht, ohne dass einer „übrig“ ist.

Das neue Kind spricht kein Deutsch außer sieben Floskeln, kann aber immerhin bereits auf Deutsch zählen.

Über mein Twitter-Netzwerk bekam ich den Hinweis auf die App „LetMeTalk“. Die App wurde für Menschen mit Autismus entwickelt, die sich über die Aneinanderreihung von Symbolen mit ihrer Umwelt verständigen können. Jedem Symbol ist außerdem eine Audiodatei zugeordnet, sodass die Wörter auch vom Tablet oder Handy vorgelesen werden können. Diese App habe ich auf einem Tablet und meinem Handy installiert und der Klasse vorgestellt. Weiterlesen „Januar, zweite Woche“

Highlights im Dezember

Nikolaustag

Am Nikolaustag trafen wir uns nachmittags mit Eltern und Kindern und feierten ein wenig Advent. Im Zentrum unserer Feier stand das Skype-Gespräch mit Hedreich Nichols und ihren Schülern in Arlington, Texas. Die Kinder dort hatten sich in der Sporthalle versammelt. Das angedachte „Mystery-Skype“ war aber – trotz Vorübung am Vormittag – noch zu schwer für diese Altersgruppe. Am Globus zeigten wir den Kindern jeweils, wo auf der Welt sich die andere Klasse befand. Die amerikanischen Kinder hatten viele Fragen. Schnee konnten wir zwar nicht liefern, aber wir hatten morgens Raureif gehabt, der an schattigen Stellen bis zum Nachmittag liegen geblieben war, sodass wir bereifte Blätter hereinholen konnten. Erstaunlich für die Kinder war auch der Zeitunterschied, den ein Blick durch die Fenster verdeutlichte – strahlender Morgensonnenschein in Texas, adventliche Dämmerung bei uns. Zum Abschluss sangen wir gemeinsam „We wish You a Merry Christmas“. Weiterlesen „Highlights im Dezember“