November, die erste Woche

Montag:

Nach den Ferien gleich mit einem neuen Buchstaben begonnen, dem N/n. Nach der Einführung haben wir die die Buchstaben mit einem Seil gelegt und anschließend einzeln ans Interaktive Whiteboard geschrieben, sodass ich mir einen Überblick über zu erwartende Schwierigkeiten bei einzelnen Kindern machen konnte.

Während das „N“ sehr einfach ist, gibt es beim „n“ die Schwierigkeit des Deckstrichs zu Beginn. Daher wurde der Buchstabe zuerst mehrfach in eine Kneteplatte geschrieben (Knete zu einer Platte formen und auf den Tisch drücken, dann wenden). Hier ist die Linienführung ganz einfach, da eine tiefe Rille entsteht. Kinder, bei denen ich Schwierigkeiten beobachtete, mussten zunächst den Buchstaben „n“ mit der Grundschrift-App am Tablet üben. Erst dann durften sie sich unter enger Kontrolle im Arbeitsheft versuchen.

In Musik habe ich das Stück, das wir besprechen wollen, auf meinem Laptop mitgebracht, diesen habe ich mit der Musikanlage verbunden und darüber das Stück abgespielt. Die digitale Variante hat einer gewöhnlichen CD gegenüber den Vorteil, dass ich beliebig und ziemlich genau vor- und rückspulen kann, um auf einzelne Abschnitte einzugehen. Früher habe ich diese Teile herausgeschnitten und auf CD gebrannt – jetzt ist die Vorbereitung wesentlich schneller und einfacher. Über die Musikanlage ist die Wiedergabe dann ebensogut und bei „In der Halle des Bergkönigs“ auch äußerst eindrucksvoll  – sogar bis in das darüberliegende Stockwerk.

Dienstag:

Wieder Schreibübungen zu N/n. Jetzt wollen (und dürfen) auch die anderen Kinder mit der Grundschrift-App am Tablet üben.

In Mathematik haben wir am Interaktiven Whiteboard das digitale Schulbuch aus dem Digitalen Unterrichtsassistenten zur Erarbeitung der „Kraft der 5“ benutzt. Die beiden ersten Übungsaufgaben haben wir anschließend ebenfalls am IWB gelöst, danach ging es weiter mit dem eigenen Buch und dem Arbeitsheft.

Mittwoch:

In Mathematik haben wir zuerst über Geld gesprochen und enaktiv Geldsummen bestimmt. Anschließend haben wir uns die entsprechenden Schulbuchseiten am IWB im digitalen Mathebuch angesehen und mehrere Übungsaufgaben zum Bestimmen von Geldsummen gelöst. Anschließend mussten die entsprechenden Aufgaben selbstständig im Arbeitsheft bearbeitet werden.

In der nächsten Woche werden wir mit den Kindern ins Theater fahren. Dort sehen wir das Märchen „Kalif Storch“. Da dieses Kunstmärchen weitgehend unbekannt ist, möchte ich die Kinder darauf vorbereiten. Zuerst habe ich ihnen die Geschichte weitgehend original vorgelesen, zwischendurch immer wieder im Gespräch erklärt und vertieft. Danach haben wir am IWB den Scherenschnitt-Film „Kalif Storch“ von Lotte Reiniger angeschaut, der zudem noch ein Stummfilm ist – für die Kinder eine sehr ungewohnte Erfahrung. Da sie die Szenen aber immer wieder lebhaft kommentierten, könnte es sein, dass sie diesen Film bewusster und aktiver gesehen haben, als einen „gewöhnlichen“ Film.

Auch unsere Martinslaternen greifen das Märchenthema noch einmal auf. Aus dem Stummfilm habe ich einige Standbilder herausgezogen und mit dem Bildbearbeitungsprogramm GIMP die Schattenrisse isoliert und die Farbe vertieft. Diese Schattenbilder schneiden die Kinder aus, kleben sie auf Transparentpapier und setzen sie später in ihre Laterne ein.

Donnerstag:

Ein digitalfreier Tag! Dafür durften die Kinder in der Betreuungszeit an den Tablets „spielen“. Da aber auf den Geräten nur Lernspiele installiert sind, kommen sie um das Lernen dabei nicht drum herum. Allerdings kann jedes Kind so das machen, worauf es gerade Lust hat und sich in seine Neigungen vertiefen. Für mich bedeutet das allerdings einen großen Kontrollverlust, denn ich bekomme keine Rückmeldung, welches Kind welche App schon kennt und bearbeitet hat. Dies gilt besonders für die Sachunterricht-Apps. Damit kann ich aber leben, diese Kinder kann ich später als „Helferkinder“ in den entsprechenden Unterrichtseinheiten gezielt einsetzen.

Freitag:

Wieder ein ganz computerarmer Tag. Aber in der vorletzten Stunde hat die Religionslehrerin mit den Kindern anhand der Luther-App  das Leben Martin Luthers am Tablet erarbeitet. Das sie damit den ersten Schritt zur „Gamifizierung“ ihres Unterrichts gemacht hat, war ihr sicher nicht bewusst. Luther ist für unsere norddeutschen Kinder sehr wichtig, denn hier, in den überwiegend evangelischen Gebieten, wird der Martinstag am 10. November gefeiert, zu Ehren Martin Luthers.

 

 

 

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