November, die vierte Woche

Montag:

Wir erobern die Zahlenreihe bis 20 und haben Spaß mit dem Nim-Spiel. Dabei benutzen wir das Interaktive Whiteboard als Spielplan, gespielt wird aber mit den magnetischen Wendeplättchen.

Dienstag:

Digitalfreier Tag.

Mittwoch:

tagesplan

Ein großer Tag – das erste Skype-Gespräch für die Erstklässler. Alle haben zuhause noch einmal tüchtig ihre englischen Sätze geübt, nun steht es im Tagesplan. Unser Zusammenkommen ist eher zufällig. Schon im letzten Jahr habe ich mit meiner vorherigen Klasse an der Aktion „Adventure 15“ teilgenommen, die von Jason Elsom aus Großbritannien organisiert wird. In diesem Jahr nun also #adventure16 . Die Lehrerin unserer Partnerklasse unterrichtet Deutsch. Das erleichtert die Sache enorm, weil ich nur für meine Klasse übersetzen muss. Die Übersetzung unserer Fragen übernimmt sie.

Realisiert wird das Gespräch über meinen privaten Skype-Account. Da der Rechner keine eigene Kamera hat, haben wir auf den Monitor eine kleine Webcam geklemmt. Da sie ein recht langes Kabel hat, ist man damit auch ein bisschen mobil. Das Kamerabild wird in beiden Klassen auf einem IWB gezeigt. Lustigerweise ist es die „Pelikanklasse“ – das passt ja prima zu meinen „Sanderlingen“. Wir hoffen, dass wir den Kontakt weiter aufrecht erhalten können.

skype1

Nach dem Gespräch ist noch etwas Zeit und es stellt sich heraus, dass einige Kinder gar nicht wissen, was ein Pelikan ist. Sie kennen den Begriff nur vom Tuschkasten. Das Internet schafft da schnell Abhilfe. Wir betrachten einige Bilder von Pelikanen und suchen auf Youtube passende, kurze Videos zur Jagd und Nahrungsaufnahme, sie stammen meist aus Zoos. National Geographic aber hat etwas Schönes über die Lebensweise der Rosa-Pelikane in Australien – leider auf Englisch. Wir schauen uns trotzdem einige Ausschnitte an. Dabei benutze ich Kopfhörer und übersetze den Kindern simultan das Wichtigste. Wenn ich nicht mehr mitkomme, halten wir den Film kurz an, besonders spannende Szenen schauen wir einfach mehrmals.

Heute steht zusätzlich eines meiner Liebligsthemen auf dem Plan: Zahlen in der Umwelt. Am interaktiven Whiteboard sehen wir uns die Schulbuchseite an und besprechen die Bedeutung der abgebildeten Zahlen. Anschließend gehen die Kinder auf Zahlensafari: Ausgestattet mit je einem Tablet schleichen (so war zumindest der Auftrag) sie durch das Schulhaus und fotografieren alle Zahlen, die sie entdecken können. Wieder zurück im Klassenraum schaffen wir es noch, die ersten Fundstücke am IWB gemeinsam zu betrachten und zu besprechen.

Wie bekomme ich die Fotos vom Tablet auf das Interaktive Whiteboard? Da wir weder Airplay haben, noch irgendwelche Ezcast- oder Miracast-Sticks (mein IWB ist schon etwas älter und der Beamer überhaupt nicht WLAN-fähig, soweit ich bisher herausfinden konnte), greife ich zurück auf die alte Kabeltechnik. Einfach das Tablet über das Daten-/Ladekabel mit dem Rechner über USB verbinden, mit dem Explorer auf das Tablet zugreifen, den Fotoordner suchen und die Bilder auf dem Rechner und damit auf dem IWB anzeigen lassen. Mit unseren Tablets könnte ich es auch über eine Weboberfläche und der Equilnote-App machen, das Kabel geht aber deutlich schneller, wenn ich nur simpel Fotos  zeigen möchte.

Donnerstag:

Für unseren weltweiten Postkartenaustausch (#GPE16_17) müssen wir unbedingt endlich die Postkarten malen. Sie sollen Wahrzeichen oder Besonderheiten des Wohnortes zeigen, für uns also Wasserturm, Wappen, Fähre, Eisenbahn, Strand und Meer. Während die Kinder die letzten beiden Motive auswendig können, wünschen sie sich für alles andere Vorlagen. Wir haben also die Google-Bildersuche aktiviert und ansprechende Fotos gesucht. Diese Fotos wurden als Collage in die Software des Interaktiven Whiteboards kopiert und blieben projiziert, bis alle Kinder mit ihren Karten fertig waren.

In der letzten Stunde haben wir die restlichen Fotos vom Mittwoch am IWB betrachtet und besprochen.

Freitag:

Verkehrsunterricht: Sehen und gesehen werden.

Nach einem einführenden Gespäch und einer kurzen Einlage am IWB (Kind mit dunkler Kleidung besprechen, Kind mit heller Kleidung selbst gestalten) haben wir die Ranzen ausgiebig beguckt und verglichen. Anschließend sind wir in den – Serverraum gegangen! Der besitzt nämlich als einziger Raum keine Fenster und eine ziemlich gute Tür, man kann es also dort ohne großen Aufwand stockfinster machen. Mit dem Handy haben wir verschiedene Lichtstärken simuliert und geschaut, welche Jackenfarbe man gut, weniger gut oder gar nicht erkennen kann. Auch die Reflexstreifen der

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Ranzen haben wir angeleuchtet. Dann wurden zwei „Leuchtfotos“ mit Blitz gemacht. Zurück im Klassenzimmer haben wir diese gemeinsam am IWB angeschaut und besprochen. Es war schon beeindruckend, wie viel Licht so ein Ranzen reflektiert! Ein (aus dem Netz gezogenes und per Gimp leicht modifiziertes) Arbeitsblatt gab es dann aber auch noch….

Kurz nach Beginn meiner Freistunde kommt eine Kollegin vorbei: „Ich wollte jetzt mit deinen Tiernamen auf Englisch machen, und die Kinder sagten, du hättest da so Karten, wo die Tiere rauskommen??“ Kurzer Moment des Nachdenkens – ach ja, Animals 4D+. Die Karten liegen aber zuhause. Also „schnell“ die Testkarten von der Webseite gezogen, die Druckvorlage reproduziert, ausgedruckt, geschnitten und in die Klasse gebracht. Die Kollegin war schwer begeistert – so etwas hatte sie noch nie gesehen. Ein schönes Beispiel dafür, wie sich der Einsatz digitaler Medien auch über die Kinder in einem Kollegium weiter verbreiten kann. Schon mittags stand dann auch fest: Wir versuchen, den vollständigen Kartensatz aus Indonesien zu beziehen. In doppelter Ausfertigung.

 

 

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