Highlights im Dezember

Nikolaustag

Am Nikolaustag trafen wir uns nachmittags mit Eltern und Kindern und feierten ein wenig Advent. Im Zentrum unserer Feier stand das Skype-Gespräch mit Hedreich Nichols und ihren Schülern in Arlington, Texas. Die Kinder dort hatten sich in der Sporthalle versammelt. Das angedachte „Mystery-Skype“ war aber – trotz Vorübung am Vormittag – noch zu schwer für diese Altersgruppe. Am Globus zeigten wir den Kindern jeweils, wo auf der Welt sich die andere Klasse befand. Die amerikanischen Kinder hatten viele Fragen. Schnee konnten wir zwar nicht liefern, aber wir hatten morgens Raureif gehabt, der an schattigen Stellen bis zum Nachmittag liegen geblieben war, sodass wir bereifte Blätter hereinholen konnten. Erstaunlich für die Kinder war auch der Zeitunterschied, den ein Blick durch die Fenster verdeutlichte – strahlender Morgensonnenschein in Texas, adventliche Dämmerung bei uns. Zum Abschluss sangen wir gemeinsam „We wish You a Merry Christmas“.

Anschließend führte Frau Nichols uns mit dem Tablet als Kamera durch einen Großteil des Schulgebäudes. Wir lernten noch weitere Lerngruppen kennen und die Klasse konnte ihre eifrig geübten englischen Sätze über den eigenen Wohnort noch einmal loswerden. In kleinen Sequenzen zwischendurch zeigten sie keine Scheu, ihre (zugegebenermaßen noch sehr spärlichen) Englischkenntnisse zu nutzen. Wir werden den Kontakt nach Texas regelmäßig fortsetzen.

13.12. 

Für die Klasse 5 steht in der nächsten Woche eine Lernzielkontrolle an. Zur Vorbereitung habe ich einen Actionbound erstellt, in dem alle Themen noch einmal angesprochen werden – als Quiz, als Learningapp, als Video, als Audioaufnahme und zum Schluss als Spiel gegen Partner (auch hier nutzte ich Learningapps.org). Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten dabei jeweils zu zweit an einem Tablet und verteilten sich über den gesamten Bereich der Schule, der vom WLAN abgedeckt wird. Der Link zum Actionbound wurde über einige ausgedruckte QR-Codes weitergegeben. Schülerinnen und Schüler waren sehr intensiv bei der Arbeit, wenn sie auch nicht alle Angebote des Actionbounds in den Informationsteilen nutzten. Links zu den eingesetzten Learningapps und dem Actionbound habe ich am Nachmittag auf der zugehörigen Wikiseite eingetragen, sodass die Kinder die Woche über auch von zuhause aus darauf zugreifen und üben können.

15. und 16. 12

Die Erstklässler haben am 15.12. ihre erste „Programmierstunde“. Eigentlich wollten wir uns dabei an die in der Woche davor stattfindende „Hour of Code“, einer weltweiten Aktion zur Föderderung des Programmierens, anschließen. Dies musste aus Krankheitsgründen leider verschoben werden. Nun also heute.

Zum Einstieg treffen wir uns in der Aula. Aus den Sitzteppichen wird ein „Spielfeld“ gelegt, der blaue Teppich ist der Startpunkt, der rote Teppich das Ziel. Ein Kind spielt den Roboter (wenn man möchte, kann man das Kind auch noch schön verkleiden und als Roboter ausstaffieren). Die Mitschüler „programmieren“ den Roboter. Die einzelnen Programmschritte sind „ein Schritt vorwärts“, “ eine Vierteldrehung nach links drehen“, „eine Vierteldrehung nach rechts drehen“. Sie werden durch entsprechende Pfeile auf (laminierten) Din A5 Karten symbolisiert und in der vorgeschlagenen Reihenfolge an die Tafel gehängt. Nun werden die Programmbefehle vorgelesen, an der Tafel mitverfolgt und vom Roboter ausgeführt. Wichtig ist, dass die Kinder begreifen, dass die Anweisungen einzeln ausgeführt werden müssen und insbesondere Drehen und Vorwärtsgehen zwei getrennte Befehle sind. Diese Art des Programmierens bezeichnet man als „unplugged programming“ – vielleicht übersetzbar mit „ausgestöpseltem Programmieren“, also ohne Computereinsatz und Strom.

Die Kinder haben das Prinzip sehr schnell begriffen, der Weg wird immer komplizierter. Wird der Roboter durch einen Programmierfehler aus dem Spielfeld geschickt, bricht er zusammen und darf „Error! Error!“ rufen. Wir lernen das Prinzip des „Testens und Verbesserns“ dabei kennen.

Nun wartet am Ende ein Keksteller – ein neuer Befehl und eine neue Karte müssen her, damit der Keks auch aufgehoben werden kann. Zum Schluss gibt es noch Hindernisse auf dem Weg, bei uns symbolisiert durch Bauklötze. Die belegten Felder kann der Roboter nicht betreten, wohl aber überspringen – auch dies ein neuer Befehl. Wir gelangen zu der Erkenntnis, dass man die Kekse auf verschiedenen Wegen erreichen kann, die Programme länger oder kürzer sein können, aber trotzdem beide erfolgreich zum Ziel führen, also „richtig“ sind.

Nach dem alle Kinder auf dem einen oder anderen Weg zu ihrem Keks gekommen sind, gehen wir zurück in den Klassenraum. Auf dem interaktiven Whiteboard stelle ich ihnen die App „Run Marco!“ vor, bei der eine Figur über einen Weg zu einem goldenen Feld (Keksteller!) geleitet werden muss. Die Programmierbefehle sind dieselben wir in unserer unplugged Version, sehen nur etwas anders aus. Schnell übertragen die Kinder ihr neues Wissen auf die Computeranwendung. Nachdem wir die ersten Level des Spieles gemeinsam geschafft haben, dürfen die Kinder noch bis zum Stundenende (ca. 15 min) zu zweit die entsprechende App auf den Tablets spielen. Von nun an ist die App auch für die Freiarbeitsphasen freigegeben.

Eine weitere App, die in der Gestaltung etwas abstrakter ist und deutlich schneller voranschreitet, aber ebenfalls sehr gut an den unplugged Teil angeschlossen werden kann, ist „Lightbot“. Auch diese Einführung ins Programmieren gibt es als Browserversion und als App für Android und IOS, kostenlos in der „Hour-of-Code“-Version und mit etwas mehr Leveln als kostenpflichtige Version.

Am 16. kamen die Vorschulkinder aus dem Kindergarten im Rahmen des „Brückenjahres“ zu Besuch. Im Brückenjahr wird eine enge Kooperation zwischen Schule und Kindergarten angestrebt, die bei uns durch regelmäßige Besuche der Vorschulgruppe in der Schule und Gegenbesuche der Erstklässler in ihrem alten Kindergarten realisiert wird. Mit den Kindergartenkindern haben wir noch einmal den gesamten Prozess vom unplugged Programmieren bis hin zum Einsatz der App durchlaufen, es gab auch noch reichlich Kekse. Fast alle Kindergartenkinder begriffen den Zusammenhang zwischen den Programmierbefehlen und den Bewegungen des Roboters. Die größte Hürde waren die Drehrichtungen – rechts und links wurden noch oft verwechselt, sowohl bei der Programmierung als auch beim Ausführen der Befehle. Den Erziehern hat dieses „Spiel“ so gut gefallen, dass sie es in den Vorschulbereich dauerhaft mit aufnehmen wollen.

An den Tablets arbeiteten anschließend jeweils ein Vorschulkind und ein Erstklässler bei „Run Marco!“ zusammen, sodass das gestern erworbene Wissen gleich weitergegeben und vertieft werden konnte. Die gesamte Einheit mit den Kindergartenkindern dauerte 60 Minuten.

Den Ablaufplan der Stunden findet man hier (CC-BY-SA) [noch in Überarbeitung]

Download für die Befehlskarten (Programmierbefehle) (CC-0)

17.12.

Mail aus Klasse 5 über die Kommunikationsplattform IServ. Alle Kinder der Sek1 besitzen inzwischen einen IServ-Account und können in diesem geschützten Raum Mails verschicken und empfangen. Nun haben zwei Mädchen dies genutzt, um mich auf einen Fehler auf der Wikiseite aufmerksam zu machen – ein Link zur Learningapp stimmt nicht, sie können die Holzblasinstrumente nicht üben! Das wird natürlich umgehend repariert und die beiden bekommen eine Antwortmail. Mir zeigt es, dass das Angebot des Lernens im Internet angehttps://wordpress.com/post/meindigitalestagebuch.wordpress.com/909nommen wird. Als ich nach der LZK nachfrage, haben bis auf zwei Kinder alle im Internet geübt, einer sogar den Actionbound noch einmal komplett durchgespielt. Die entsprechende Seite wurde im Dezember 89 mal aufgerufen, leider habe ich keine Rückmeldung von Eltern bekommen. (Nebeneffekt: gerade gesehen – die Seite „Notenlehre“ wurde im Dezember 783 mal aufgerufen… was ist da denn los??)

19.12.

Heute beginnen wir unser erstes digitales Buch. Im Arbeitsheft zum Deutschlehrwerk gibt es immer wieder bebilderte Rahmen, die einen Schreibanlass bieten. Nun hat eine Schülerin ihre erste längere Geschichte dort notiert. Leider ist ihr Schreibvermögen noch lange nicht so weit entwickelt wie ihr Erzähltalent. Also haben wir uns in den Gruppenraum zurückgezogen,, sie hat die Geschichte vorgelesen und zu Ende erzählt. Ich habe alles mit dem Handy aufgenommen und zuhause in Druckschrift notiert. Im Wochenplan der letzten Woche musste sie nun ihren eigenen Text lesen üben und hat ihn heute der ganzen Klasse vorgelesen. Dabei habe ich ihren Vortrag mit der App Book Creator aufgezeichnet. Leider hat sie es in der letzten Woche nicht geschafft, auch noch zwei Bilder dazu zu malen, das muss sie nach den Ferien nachholen. Gemeinsam werden wir dann aus der Audioaufnahme, Bildern und Text das Buch zusammenstellen und über eine Freigabe in der Dropbox mit ihren Eltern teilen. Das nächste Buch – eine Fußballgeschichte eines anderen Kindes – ist schon begonnen. Hier wird das Kind den Text bereits selbst noch einmal mit der Hand von der Druckvorlage abschreiben können. Nach und nach entsteht so eine digitale Sammlung von Klassengeschichten.

Das Wissen, wie die App benutzt wird, verbreitet sich (hoffentlich) schnell von Schüler zu Schüler, ohne dass ich dabei groß mithelfen  muss. Einen Wermutstropfen besitzt die App allerdings – unter Windows und Android gibt es deutlich weniger Möglichkeiten als bei der IOS-App, zum Beispiel lassen sich nicht mehrere Bücher zu einem gemeinsamen Großen zusammenfügen, auch fehlt die „Comic-Funktion“.

Die App habe ich ähnlich heute auch gleich in der Leseförderung eingesetzt. Die Kinder haben sich ein Gedicht ausgesucht und geübt, es laut vorzulesen. Anschließend haben sie es strophenweise mit der Aufnahmefunktion der App aufgezeichnet, nach jeder Strophe haben sie sich das Ergebnis angehört. Waren sie damit zufrieden, ging es weiter zur nächsten Strophe, wenn nicht, haben sie es noch einmal eingelesen. Die Selbstkontrolle hat sehr gut funktioniert, die Kinder waren sehr eifrig und gewissenhaft bei der Sache. Manche Strophe wurde fünf oder sechsmal wiederholt – hätte ich das als Lehrkraft eingefordert, wäre der Frust vorprogrammiert. So aber hatten die Kinder ein Ziel und eine „echte“ Motivation fehlerfrei und betont vorzulesen. Die Bilder für die Buchseiten haben wir mangels Zeit schnell aus dem Internet gezogen. Aber auch hier sollen die Kinder noch einmal eigene llustrationen anfertigen. Da die Kinder in der Leseförderung aus Klasse 2 stammen, wird sich die Nutzung der App nach und nach dann auch dort verbreiten.

20.12.

Abgabe der älteren Gruppe des Informatik WPK. Die Schülerinnen und Schüler haben mit Blipp Builder eigene Augmented Reality-Anwendungen erstellt. Nachdem das Thema etwas zögernd anlief, haben sie jetzt endlich das Potential entdeckt. Besonders schön fand ich die Idee, zu einer Figur aus Game of Thrones eine Trading-Card zu erstellen und als Augmentierung eine Biographie des Schauspielers, des Charakters, Videoausschnitte etc. damit zu verknüpfen. Im Januar werden wir Schulbuchseiten augmentieren. „Wie – dann können wir dabei auch noch für Bio lernen?“ Ja, natürlich doch!

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